„Das Ende von Amazon SEO“: Nur heiße Luft

Veröffentlicht am 22.01.2019

Aufgeregt berichteten gestern diverse Online-Medien (Link) von der Nachricht, SEO auf Amazon sei in Gefahr, kurz vor dem Ende oder quasi schon ausgelöscht. Daraufhin erreichten uns die Anrufe und Emails von Partnern und Kunden, die uns um Meinung zu den Hiobsbotschaften baten.

Was war passiert? Die Agentur Revoic (Link) aus Köln hatte die Nachricht des neuen Layouts in Seller Central mit dem Ende von Schreibrechten für Verkäufer in Zusammenhang gebracht. Um es direkt zu sagen: Dieser erschließt sich uns nicht.

Es ist richtig, dass es in Seller Central ein neues Layout gibt und der Prozess einer Artikellistung nun vereinfacht und in schönerem Design erscheint. Und es stimmt auch, dass die Rede von „Vorschlägen“ und „Empfehlungen“ ist. Das ändert jedoch erstmal gar nichts am Content-Erstellungsprozess. Darauf basierend wird dann die Idee entwickelt, Amazon suche sich zukünftig den Produkt-Content selbst aus unterschiedlichen Quellen zusammen. Ja, Amazon erstellt auch heute schon Content um die Darstellung von Produkten zu verbessern. Für den nicht genannten Autor des Artikels ist die Schlussfolgerung klar: Eine „automatisierte Erstellung der Produktdetailseiten“ wird folgen, was dann das Ende von Keywords nach sich ziehen wird. Zuletzt wird dann noch auf das neue Logo-Design von Seller Central aufmerksam gemacht und gemutmaßt, dass dies auf weitere Änderungen hindeuten könnte. Die Argumentationskette macht keinen Sinn? Für uns auch nicht.

 

Deshalb hier unsere kurze Stellungnahme mit drei Thesen:

 

1. Amazon wird die Möglichkeiten freier Content-Gestaltung einschränken.

Das ist bekannt und ergibt aus drei Gründen Sinn. Erstens geht es Amazon um ein besseres Kundenerlebnis. Eine größere Einheitlichkeit der Produktdetailseiten führt unter anderem dazu, dass Kunden leichter navigieren und Informationen einordnen können. Außerdem soll der Kunde eine weiße Box finden, wenn er danach sucht und keine schwarze, auch wenn dies vielleicht im Interesse des Verkäufers sein könnte. Zweitens gibt es rechtliche Beweggründe, denn Amazon will verhindern, dass irreführende oder falsche Produktinformationen veröffentlicht werden können. Und drittens, ist es für Amazon nicht schmerzlich, wenn aufgrund limitierter Optionen zur organischen Ranking-Optimierung Werbebudgets erhöht werden. Deshalb ist davon auszugehen, dass wir in Zukunft strengere Richtlinien (Pflichtfelder, Zeichenlimitierungen, einheitliche Strukturen) und deren Umsetzung beobachten können.

 

2. Keywords werden wichtiger Bestandteil auf Amazon bleiben.

Die Suchfunktion ist aus Konsumentensicht das Herz von Amazon. Blitzschnell lässt sich so der gewünschte Artikel finden. Durch die große Konkurrenzsituation kann man sich darauf verlassen, dass die besten Ergebnisse den Ansprüchen an Preis und Qualität genügen UND: Zur Suche passen. Die Produktsuche ist so vielfältig, dass es Millionen unterschiedliche Begriffe gibt, nach denen täglich auf Amazon gesucht wird. Es ist Amazons Vision, wenn möglich alle Produkte dieser Welt auf der Plattform zum Verkauf anzubieten. Diese Produkte unterscheiden sich so sehr voneinander wie die Suchbegriffe, mit denen nach ihnen gejagt wird. Was bringt diese gigantische Anzahl an Produkten, wenn sie gar nicht erst gefunden werden können? Amazon wird auch in Zukunft sicherstellen, dass Keywords hinzugefügt werden können.

 

3. Die Bedeutung von individualisiertem Content und Branding (im Rahmen der Möglichkeiten) wird zunehmen.

Bei Millionen von Produkten wird es kurz- oder mittelfristig nicht möglich sein, für jede Produktkategorie vordefinierte Drop-Down-Felder zur Auswahl bestimmter Artikelmerkmale zu erstellen und dabei weiterhin genaue Listings sicherzustellen. Wir beobachten seit geraumer Zeit wie dies anderen Online-Marktplätzen nicht mal bei einem Bruchteil der angebotenen Produkte gelingt. Das Ergebnis einer solchen Strategie wäre eine Einschränkung der Artikelvielfalt, was klar Amazons primären Interessen widerspricht. Sollte es jedoch wider Erwarten gelingen, Felder und Informationen schneller (oder sogar automatisiert) zu erstellen, gäbe das Vendoren und Sellern die Möglichkeit, mehr Zeit für Brand Content Optionen wie Stores, A+ Pages oder Enhanced Brand Content aufzuwenden. Und auch Bilder und Videos bekämen eine noch größere Bedeutung.

 

Insgesamt kann man zurecht sagen, dass uns spannende Zeiten bevorstehen. Mit dem neuen Design in Seller Central hat das allerdings kaum etwas zu tun.


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