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Amazon steht in den USA nach FTC-Klage unter rechtlicher Beobachtung
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Amazon steht in den USA nach FTC-Klage unter rechtlicher Beobachtung

Am 31. August hat die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Klage gegen Amazon eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll Werbetreibende auf seiner Plattform durch Manipulation des Gebotssystems überhöhte Preise haben zahlen lassen. Hier ist, was wir bisher wissen.

Emil Beck
Emil Beck
08. Sept. 2026
10. Sept. 2026
1 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) wirft Amazon vor, sein Auktionssystem manipuliert zu haben, wodurch Werbetreibende ohne ihr Wissen höhere Preise gezahlt haben.
  • Amazon hat auf die Vorwürfe reagiert und erklärt, die Klage sei irreführend und es gebe keine Beweise für manipulierte Preiserhöhungen zulasten der Marken.
  • Es gibt keine Daten, die belegen, dass sich die Situation aus den USA auch auf den europäischen Märkten wiederholt hat.

Was ist passiert?

Am vergangenen Montag hat die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Klage gegen Amazon eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Werbetreibende auf seiner Plattform „heimlich und systematisch" überhöhte Preise zahlen lassen, indem es bestimmte Werbeauktionen manipulierte.

Laut FTC soll Amazon dynamische Preisuntergrenzen, sogenannte „Soft Reserves", eingesetzt haben. Dadurch könnten einige Werbetreibende einen höheren Cost-per-Click (CPC) gezahlt haben, als es allein auf Basis des tatsächlichen zweithöchsten Gebots zu erwarten gewesen wäre.

Wie das Gebotssystem normalerweise funktioniert - die Second-Price-Auktion

Stell dir drei Werbetreibende vor, die um denselben gesponserten Platz in den Amazon-Suchergebnissen bieten: Werbetreibender A hat ein Höchstgebot von 1,00 €, Werbetreibender B von 0,60 € und Werbetreibender C von 0,40 €. In einer echten Second-Price-Auktion gewinnt Werbetreibender A, zahlt dabei aber nur einen Cent mehr als das zweithöchste Gebot. Er zahlt also 0,61 € und nicht sein volles Gebot von 1,00 €.

Was bisher bekannt ist

Auch wenn es angesichts der Situation noch zu früh für endgültige Schlussfolgerungen ist, haben wir uns entschieden, historische Daten zu prüfen, um festzustellen, ob sich dieses Problem auch in europäischen Märkten zeigt.


Nach der Auswertung der historischen CPC-Trends über verschiedene Kategorien hinweg zwischen 2021 und 2026 konnten wir in Europa keinen anhaltenden Anstieg dieser Kennzahl feststellen. Trotz vorübergehender Spitzen und Anstiege in einzelnen Ländern und Zeiträumen handelt es sich nicht um einen durchgängigen Trend. Daher können wir dieses Muster nicht direkt mit den Praktiken in Verbindung bringen, die derzeit in den USA rechtlich geprüft werden.

Wichtig

Dabei sollte man bedenken, dass CPC-Schwankungen durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter Veränderungen der Wettbewerbsintensität, der Nachfrage, saisonale Effekte, der Kampagnen- und Produktmix, Gebotsstrategien sowie Entwicklungen innerhalb der Plattform.

Wie wir dieses Risiko minimieren

  • Wir steuern Gebote und CPC-Limits aktiv
  • Wir arbeiten mit segmentierten Kampagnenstrukturen
  • Wir nutzen automatische Kampagnen mit kontrollierten Geboten
  • Wir überprüfen und optimieren Suchbegriffe fortlaufend
  • Wir bewerten die Performance nicht nur anhand des CPC
  • Wir beobachten CPC-Trends je Markt genau, um ungewöhnliche Bewegungen oder Anstiege frühzeitig zu erkennen

Bei Remazing beobachten wir die CPC-Entwicklungen weiterhin genau, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, und verfolgen zugleich die aktuelle Situation in den USA und ihre weitere Entwicklung, um die Werbeinvestitionen unserer Kunden bestmöglich zu schützen.

Hannes Detjen,

Co-Founder und Managing Director

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