Digital Markets Act, Marktplatz-Boom & Amazon's MGM Übernahme

Aktuell scheint sich die Anzahl an Online-Marktplätzen zu multiplizieren: home24, Marie Claire und Görtz sind nur einige der Anbieter von neuen E-Commerce-Plattformen, die neben eigenen Produkten auch Fremdmarken im Angebot haben.
Diese Entwicklung kommt der verstärkten Nachfrage der deutschen Online-Käufer entgegen. Einer neuen Umfrage zufolge ist die Shopping-Laune der Deutschen in 2022 nämlich bisher kaum zu bremsen und tendenziell steigend. Andererseits fällt die Prognose des BEVH für den Online-Handel aufgrund des Ukraine-Kriegs eher düster aus. Logistische Probleme innerhalb der globalen Lieferkette sowie Preisanstiege für Energie und den Einkauf von Neuware stellen viele Verkäufer vor Herausforderungen.
Darüber hinaus gilt in der EU bald ein neues Digitalgesetz. Der so genannte “Digital Markets Act” betrifft große Tech-Unternehmen wie Google, Meta (ehem. Facebook) und Amazon und soll sowohl Konsumenten und Nutzer schützen als auch faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Big Playern in der EU schaffen.
Amazon selbst hat ebenfalls das Inkrafttreten neuer Richtlinien zum Schutz von Kunden angekündigt. Diese betreffen Seller und sollen Preisabsprachen verhindern. Auch beim Streaming-Dienst des E-Commerce-Riesen gibt es neue Entwicklungen: Wie bereits vor einem Jahr angekündigt, hat Amazon nun die Übernahme der MGM-Filmstudios vollzogen.
Neuer Blogpost
Amazon Browse Nodes
von Paulina Albrecht veröffentlicht auf remazing.eu am 30.03.2022 Jetzt lesen
Updates: Amazon
Neues Digitalgesetz: Auch Amazon betroffen
Das neue EU-weit geltende Digitalgesetz “Digital Markets Act” legt fest, dass Big-Tech-Unternehmen die Daten aus verschiedenen Quellen künftig nur noch mit ausdrücklicher Einwilligung der Nutzer zusammenführen dürfen. Stimmen diese dem nicht zu, müssen die Unternehmen weiterhin alternative Nutzungsmöglichkeiten ihrer Dienste erlauben. Dies soll die ständig steigende Dominanz Amazon, Meta & co unterbinden.
Amazon übernimmt MGM für 8,5 Mrd. $
Fast ein Jahr nach der ersten Ankündigung hat Amazon die Übernahme der Metro-Goldwyn Mayer Studios (MGM) abgeschlossen. MGM ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen, das Spielfilme und Serien wie die “James Bond”-Reihe und “Natürlich Blond” produziert und vertreibt. Die mit diesem Deal verbundene Ausweitung des Angebots auf Amazons Streaming-Dienst Prime Video könnte zu einem Vorteil im Wettbewerb mit Netflix und Disney+ werden.
Neue Amazon-Richtlinien gegen Preisabsprachen für Seller
Am 31. März 2022 treten auf Amazon neue Regeln in Kraft: Den Verkaufsrichtlinien und dem Verhaltenskodex für Seller wird eine Richtlinie hinzugefügt, die Preisabsprachen und Manipulationen des Suchrankings ausdrücklich verbietet. Dies gilt für alle Amazon-Märkte in Europa.
Amazon zählt auf Retail Media im stationären Handel
Amazon sorgt für Aufsehen in der nordamerikanischen DooH-Branche (Digital out of home), denn der Handelsriese setzt ab sofort in den eigenen Stores auf Displays und Drittwerbung. Anfangs sollen die Werbe-Optionen jedoch nur bestehenden Amazon-Lieferanten zur Verfügung stehen, deren Produkte eine ASIN (Amazon Standard Identification Number) haben. Die Inventar-Vermarktung solle aber auch auf andere Berieche ausgeweitet werden.
Warum Amazons Erfolg in Deutschland weiter anhalten wird
Der “German Shopper Report 2022” von Pattern fasst die Prognosen deutscher Konsumenten über das eigene Kaufverhalten zusammen. Fast alle deutschen Online-Shopper (96%) kauften innerhalb der letzten 12 Monate bei Amazon. Als Hauptgrund dafür wurde angegeben, dass Produkte dort am günstigsten seien. Der Studie zufolge gaben fast 44% der Befragten an, sie würden 2022 mehr Geld beim Online-Shopping auf Amazon ausgeben.
Updates: E-Commerce
Ukraine-Krieg beeinträchtigt den Onlinehandel stärker als COVID-19
Nach den neuesten Ergebnissen einer Mitgliederbefragung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (BEVH) erwartet die Branche zunehmende Schwierigkeiten in ihrer Entwicklung. Als Hauptprobleme gaben die Befragten steigende Energie- und Einkaufspreise an. Zudem meldet ein Drittel der Verbandsmitglieder, dass Abnehmer und Aufträge wegen Lieferkettenproblemen wegbrechen. Ebenfalls sei die Kauflaune der Konsumenten von der Kriegssituation beeinträchtigt.
Neue Online-Marktplätze: home24, Marie Claire, Görtz, Kaufland
Die Home&Living-Marke home24 eröffnet ab Sommer 2022 einen Online-Marktplatz in Deutschland. Die Modezeitschrift Marie Claire startet ebenfalls eine eigene Shopping-Plattform für ausgewählte Marken. Außerdem hat die deutsche Schuhgeschäft-Kette Görtz ihre Plattform “Görtz Connected” um Bekleidungsmarken erweitert. Der Supermarkt-Riese Kaufland will zudem seine deutsche Online-Plattform in einen internationalen “Kaufland Global Marketplace” umwandeln und expandiert testweise nach Tschechien und in die Slowakei.
13% Umsatzwachstum bei Otto in 2021
Otto setzt seinen Aufwärtstrend fort: Für 2021 vermeldet der E-Commerce-Konzern ein Umsatzwachstum von 13%. Insgesamt flossen im letzten Jahr 5,124 Mrd. € in die Kassen des Unternehmens. Ebenfalls sei die Zahl der Kunden von 9,9 Millionen in 2020 auf 11,5 Millionen in 2021 gewaschen. Der Ausbau des eigenen Marktplatzes verläuft in der Hinsicht laut Unternehmensangaben erfolgreich.
Das finden wir wichtig
Amazon testet ein neues Layout für die Gallery Images auf der PDP: Die Bilder sind deutlich größer und zentraler positioniert. Zu diesem neuen Layout gehört auch, dass sich die Seite beim Herunterscrollen bewegt, während das Bild in der Mitte der Seite bleibt.
Außerdem ist es nun möglich, direkt auf der Suchergebnisseite durch die Bildergalerie eines Produkts zu scrollen, noch bevor man sich auf der PDP befindet. Beide Neuerungen betonen die Wichtigkeit von visuellen Assets auf Amazon. In der mobilen Ansicht standen die Bilder schon länger im Fokus, nun wird dies auf die Desktop-Ansicht übertragen.
Remdash: Traffic & Conversion Rate
Mit Remdash ist die Analyse der Traffic- und Conversion-Rate-Daten aus dem Vendor Central und Seller Central möglich. So lassen sich:
Produktgruppen oder einzelne ASINs miteinander vergleichen
Globale Daten mit Daten pro Marktplatz vergleichen
Daten täglich, wöchentlich oder monatlich gruppieren
Daten aus Vendor Central und Seller Central kombinieren
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Top 5 Amazon Keywords
Während in den USA Mitte März unter anderem nach Ostersüßigkeiten und Sommerkleidung gesucht wurde, spiegeln sich in Deutschland die befürchteten Folgen des Ukraine-Krieges auf die Lebensmittelverfügbarkeit in den Suchergebnissen wieder. In Italien und Spanien wurde im untersuchten Zeitraum hingegen vermehrt nach Vatertagsgeschenken gesucht.