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So lief Q3 für Amazon, eBay & Co.

VERÖFFENTLICHT
MAR 02, 2026 - 7 MIN LESEN
So lief Q3 für Amazon, eBay & Co.

Vor zwei Wochen hat Amazon seine Quartalszahlen veröffentlicht. Weil sie etwas schwächer ausfielen als erwartet, zogen sie einen drastischen Einbruch der Aktien und des Börsenwerts des US-amerikanischen Online-Riesen nach sich. Der Konzern reagiert mit Kostensenkungsmaßnahmen und Einstellungsstopps. Um die Händler auf seiner Plattform in dieser wirtschaftlich herausfordernden Phase zu unterstützen, ermöglicht Amazon in den USA Vorschüsse von bis zu 10 Mio. $.

Zur selben Zeit erweitert Amazon mit neuen Advertising-Funktionen eines seiner profitabelsten Geschäftsfelder und will pünktlich zum Black Friday auf seinem amerikanischen Marktplatz Zahlungen via PayPal-Dienst Venmo ermöglichen. Zudem soll es nun möglich sein, auf Amazon zum Verkauf stehende Sonnenbrillen über die Social-Media-Plattform Snapchat mittels eines Filters direkt anzuprobieren. Der chinesische Marktplatz Alibaba macht hingegen einen weitaus größeren Schritt in Richtung Augmented Reality und eröffnet für das Global Shopping Festival am 11. November eine ganzen virtuelle Shopping-Meile.

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Veröffentlicht am 05.11.2022Jetzt lesen

Updates: Amazon

Amazons “schlechte” Performance in Q3

Nachdem Amazon vor Kurzem seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2022 veröffentlicht hatte, fielen die Aktien um fast 20 %. Zwar stieg der Umsatz um 15 % Year Over Year, allerdings lag Amazon damit noch unter den Erwartungen der Experten. Infolgedessen fiel Amazons Börsenwert erstmals seit 2020 unter 1 Billion $. Eine Analyse von Marketplace Pulse zeigt jedoch, dass Amazons Wachstum der Entwicklung des gesamten E-Commerce entspricht, das sich nach dem Corona-Boost bei einer normalen, stetigen Wachstumsrate einpendelt. Unsere Einschätzung dieser Entwicklung liefert Remazing-Geschäftsführer Hannes Detjen im abschließenden Kommentar.

Amazons Reaktion auf Krisensituation: erweiterter Einstellungsstopp & Vorschüsse

Aufgrund der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage plant Amazon im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen, die Einstellung neuer Mitarbeiter in all seinen Bereichen – nicht mehr nur im Advertising – auszusetzen. Zur Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen führt Amazon außerdem in den USA eine Finanzierungslösung ein. Das Händler-Kreditprogramm bietet einen Barvorschuss für Summen von 500 $ bis 10 Mio. $, der zu einem festen Entgelt an einen Teil des zukünftigen Umsatzes gebunden sein. An das Programm sollen keine feste Laufzeit, persönliche Bürgschaft, Kreditprüfung oder Verzugsgebühren geknüpft sein. Weiterhin gibt es Berichte darüber, dass Amazon die Lagerkapazitäten für einige FBA-Seller drastisch reduziert haben soll.

Amazon erweitert Advertising-Möglichkeiten on- und offline

Auf seiner Werbekonferenz “UnBoxed” Ende Oktober hat Amazon neue Advertising-Features vorgestellt: Beispielsweise können Sponsored Display Video Ads jetzt im Self-Service erstellt werden und mithilfe des Video Builders (Beta) Templates für die Erstellung eigener Videoanzeigen genutzt werden. Außerdem öffnet Amazon seine DSP für die Displays in seinen eigenen “Amazon Fresh”-Supermärkten und steigt damit in den “Digital out of Home”-Markt (DooH) ein. Insgesamt wird deutlich, dass Amazon Ads möglichst für alle Verkäufer zugänglich gemacht und daher einfach in der Erstellung sein sollen. Denn das Advertising ist einer der profitabelsten Bereiche des Konzerns, wie auch die aktuellen Ergebnisse aus Q3 zeigen.

USA: Amazon akzeptiert Zahlungen via Venmo

Mit Beginn des Black Friday Ende November dieses Jahres soll es in den USA möglich sein, auf Amazon.com und in der Amazon-App Käufe über den Mobile-Payment-Dienstleister Venmo, einen Dienst von Paypal, abzuwickeln. Das Angebot soll vorerst nur für eine Auswahl der fast 90 Mio. aktiven Venmo-Nutzer möglich sein, laut Paypal hat der Rollout bereits diese Woche begonnen.

Updates: E-Commerce

Ein weitgehend erfolgreiches Q3 für eBay, Zalando & Co

Mit 2,4 Mrd. $ verzeichnet eBay einen Umsatzrückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahr (YoY). Fashion-Marktplatz Zalando kann hingegen mit einem Umsatzwachstum von 2,9 % YoY aufwarten. Nachdem die E-Commerce Plattform Shopify ihre Zahlen für Q3 mit einem geringer als erwarteten Verlust und einem Umsatzwachstum von 22 % YoY veröffentlicht hat, stiegen die Aktien des Unternehmens um 17 %. Einen ähnlichen Erfolg kann DIY-Marktplatz Etsy verzeichnen: Hier stiegen die Aktienwerte um 10 %, nachdem das Unternehmen erfolgreiche Quartalszahlen mit 11,7 % Umsatzwachstum YoY veröffentlicht hatte.

Shopping-Erlebnisse der Zukunft mit Amazon und Alibaba

Am Global Shopping Festival am 11. November bietet Alibaba eine Online-Einkaufsstraße, auf der User virtuell stöbern und einkaufen können. Die Verkäufe von Luxusgütern mittels 3D- und AR-Funktion sind laut Alibaba im Vergleich zum Vorjahr bereits zweistellig gewachsen. Während der chinesische E-Commerce-Gigant eine virtuelle Shopping-Meile eröffnet, tastet sich Amazon vorsichtig in die Welt von AR vor und ermöglicht Snapchat-Nutzern neuerdings eine virtuelle Brillen-Anprobe direkt in der App.

Neue Online-Marktplätze aus China auf Kollisionskurs mit Amazon?

In den letzten Monaten haben Pinduoduo und ByteDance, der Mutterkonzern von TikTok, internationale E-Commerce-Plattformen eröffnet, um den Verkauf chinesischer Produkte in Amerika und Europa anzukurbeln. Mit der Expansion nach Übersee treten beide Firmen in direkte Konkurrenz zu Amazon. ByteDance hat die Mode-Website “If Yooou” gelauncht, während Pinduoduo einen Online-Marktplatz mit dem Namen “Temu” eröffnet hat, auf dem Artikel verschiedenster Kategorien von Sport bis Elektronik angeboten werden. Damit folgen sie den beiden größten chinesischen E-Commerce-Firmen Alibaba und JD.com.

Neue Shopping-Funktionen bei Google

Die Suchmaschine launcht in den USA weitere neue Shopping-Funktionen. Die E-Commerce-Offensive könnte der Tatsache geschuldet sein, dass sich Amazon für die Produktsuche größerer Beliebtheit erfreut als Google, wie unser Amazon Shopper Report 2022 zeigt. Google plant, Rabattcodes direkt in den Suchergebnissen darzustellen, sodass sie mittels Kopieren direkt angewendet werden können. Angekündigt sind zudem weitere Funktionen zum Angebots- und Preisvergleich. Ob und wann die Neuerungen nach Europa kommen, steht noch nicht fest.

Unser Amazon Shopper Report 2022 für Spanien, Frankreich & Italien

Gemeinsam mit Appinio haben wir Verbraucher zu ihrem Kaufverhalten beim Online-Shopping und insbesondere auf Amazon befragt. Der daraus entstandene Report ist zusätzlich zur deutschen Version jetzt auch mit jeweils lokalen Insights auf Spanisch, Französisch und Italienisch verfügbar. Die Ergebnisse enthalten ein paar überraschende Insights, zeigen aber vor allem, wie stark der E-Commerce-Riese aus den USA den europäischen Onlinehandel dominiert.

Für eine schnelle Übersicht über die Ergebnisse empfehlen wir die Medienberichte über unsere Studie in den vergangenen Tagen. Unter anderem wurde der Amazon Shopper Report 2022 von Marketing Directo in Spanien und Ecommerce Hub in Italien aufgegriffen.

Was uns aufgefallen ist

Amazon hat zwei neue Features in seiner Demand Side Platform (DSP) angekündigt:

  • Werbetreibende in den USA können jetzt mit “Audience Research (beta)” vorab Feedback von potenziellen Kunden zu ihren Kampagnen einholen. Über das Tool können Probe-Kampagnen, an Personen aus den relevanten Zielgruppen verschickt und Berichte zu ihrer Performance eingesehen werden.

  • Außerdem wird der historische Verlauf von Kampagnenänderungen einsehbar. Die Funktion soll es Werbetreibenden ermöglichen, Rückschlüsse von Schwankungen in der Ad-Performance zu Änderungen in Kampagnen zu ziehen.

Für Sponsored Brand Ads gibt es nun den Berichtstyp “Zugeordnete Käufe” in der Advertising-Konsole. Damit ist es möglich nachzuvollziehen, welche ASINs durch eine SB-Kampagne gekauft wurden – sowohl tatsächlich beworbene ASINs als auch diejenigen, die von einem “Brand Halo”-Effekt profitiert haben.

Sponsored Display-Kampagnen können nun sowohl im CPC- (Cost per Click) als auch im vCPM-Abrechnungsmodell (Cost per thousand viewable impressions) zu Portfolios hinzugefügt werden. Dadurch können Werbetreibende jetzt ihre CPC-basierten Sponsored Display-Kampagnen mit anderen Werbekampagnen in Sammlungen organisieren, die die Struktur ihres Unternehmens mit Portfolios widerspiegeln.

Kommentar: Amazons Performance in Q3 2022

Hannes Detjen, Managing Director

Amazon hat Ende Oktober seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht. Danach stürzten die Aktien um fast 20 % ab, doch wie ernst ist die Lage wirklich?

Der Umsatz von Amazon wuchs im Jahresvergleich um 15 % auf 172 Mrd. $. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch den US-E-Commerce (+20 % Year Over Year) und Werbung (+25 % YOY) angetrieben. Die internationalen Umsätze sind rückläufig (-5 % YOY), was hauptsächlich auf den starken Dollar und die europäischen Kernmärkte zurückzuführen ist, die unter der Inflation und der Energiekrise leiden.

Unsere drei Beobachtungen zu dieser Entwicklung: 1. Spiegelt dies die Realität wider? Die Börsenbewertung ist wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie (etwa 1 Billion $), aber Amazon hat im letzten Quartal fast doppelt so viel Umsatz gemacht wie in Q3 2019 (vor Corona).

2. Beeindruckendes Werbewachstum

+25 % Werbewachstum sind enorm, besonders wenn man sich die Zahlen der anderen großen Werbeplattformen für Q3 ansieht: Alphabet (Google) +3 %, Meta (Facebook) -4 %! Amazon erwirtschaftet mittlerweile mehr als ein Drittel von Metas Werbeeinnahmen und nimmt den großen Playern Marktanteile weg.

3. Stabile Wachstumsprognose

Für Q4 wird ein Umsatzwachstum von bis zu +8 % in einem sehr schwierigen Marktumfeld erwartet. Es ist davon auszugehen, dass andere E-Com-Player deutlich schlechtere Zahlen vorlegen werden.

Insgesamt sehen wir, dass die Krise auch bei Amazon ankommt. Wir sind jedoch eher positiv überrascht von den Ergebnissen und sehen die Entwicklung weniger dramatisch als der Markt zu Beginn.

Fakt der Woche

Amazon als bevorzugte Produktsuchmaschine: 65 % der Deutschen nutzen Amazon, um nach Produkten zu suchen. Nur 35 % gaben an, für diese Zwecke Google zu verwenden. (Quelle: Amazon Shopper Report 2022, Remazing & Appinio).

Top 5 Amazon Keywords

Dies sind die Top 5 meistgesuchten Keywords nach Ländern vom 30. Oktober bis 5. November 2022.

Nach und nach scheint Weihnachtsstimmung in allen von uns analysierten Amazon-Märkten einkehren: In den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich suchten die Käufer auf Amazon vermehrt nach Weihnachtsdekoration und Adventskalendern. Die italienischen Amazon-Shopper hielten außerdem bereits Ausschau nach den ersten Black-Friday-Angeboten.