So war das Amazon-Jahr 2022

Wir wünschen Euch und Ihnen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr 2023!
Im E-Commerce hat sich über die Feiertage nicht allzu viel getan. Daher widmen wir uns in diesem Newsletter noch einmal dem vergangenen Jahr und blicken zurück: auf die Herausforderungen und Lösungsansätze, Amazons Entwicklung und das erst kürzlich abgeschlossene Weihnachtsgeschäft 2022. Das Fazit: Ganz so schlecht wie es zunächst schien, lief es für den Onlinehandel – und insbesondere Amazon – nicht. Aber die Krisen sind noch nicht vorbei und es wird sich zeigen, wer gut für die Zukunft gewappnet ist.
Updates: Amazon
Die wichtigsten Amazon-Entwicklungen in 2022
Im letzten Jahr kehrte auch Amazons Umsatz zu einem “normalen” Wachstum ohne Corona-Boost zurück. Die umsatzstärksten Märkte waren immer noch die USA, Japan, Deutschland und Großbritannien. Als neuer Amazon-Marktplatz kam 2022 lediglich Belgien dazu; in diesem Jahr sollen Kolumbien, Südafrika, Nigeria und Chile folgen. Einer der stärksten Unternehmenszweige ist Amazon Advertising, das mittlerweile schneller wächst als das Werbebusiness der Konkurrenten Alphabet (Google) und Meta (Facebook). Wachstumstreiber war maßgeblich der Ausbau des verfügbaren Werbenetzwerks abseits der eigenen Plattform. Der Amazon-CPC blieb daher 2022 weitestgehend stabil und war deutlich günstiger als noch in 2021. Auch den Produktkauf auf anderen Seiten, z.B dem eigenen Onlineshop, unterstützt Amazon durch “Buy with Prime” seit letztem Jahr – und entwickelte sich damit in Richtung D2C (Direct To Consumer). Das Trendthema Social Commerce will der Konzern mit seinem neuen Foto- und Videofeed “Inspire” aufgreifen, der TikTok-Feeling in die Amazon-App bringen soll.
Von Hyperwachstum zu Kostenoptimierung
Um 2022 profitabel und wettbewerbsfähig zu bleiben, musste auch Amazon sich an die wirtschaftlichen Herausforderungen anpassen. Um der hohen Inflation und sinkenden Verkaufszahlen zu trotzen, vermietete der E-Commerce-Riese Lagerflächen unter, veranstaltete zusätzliche Sales-Events und verhängte Einstellungsstopps. Das letzte Jahr war für Amazon das erste ohne Jeff Bezos. Experten diskutieren, ob der Konzern seine “Day One”-Mentalität und den absoluten Kundenfokus aufgrund von Profitabilitätsdruck zunehmend aus den Augen verliert.
Updates: E-Commerce
Pessimistische Sicht des deutschen Handels auf 2023
Laut einer Umfrage des HDE blickt der deutsche Einzelhandel wenig optimistisch auf das neue Jahr. Die meisten Händler rechnen nicht damit, dass sich der schwächelnde Umsatz 2023 erholt. Speziell der stationäre Handel habe unter der schlechten Verbraucherstimmung 2022 gelitten, drei Mal so viele Geschäfte wie in einem normalen Jahr mussten schließen. Es sehe so aus, als wenn sich dieser Trend zunächst fortsetzen würde.
US-Onlineumsatz steigt im Weihnachtsgeschäft um 10,6%
Der E-Commerce-Umsatz in den USA stieg laut Mastercard zwischen dem 1. November und dem 24. Dezember 2022 um 10,6 %. Das ist etwas weniger als das Wachstum von 11 % über den gleichen Zeitraum im Vorjahr. Auch das Wachstum im gesamten amerikanischen Einzelhandelsumsatz über die “Holiday Season” ist etwas geringer als im Vorjahr (7,6 % vs. 8,5 %), lag aber trotzdem über den Erwartungen der Analysten.
Shopify launcht Baukasten-System “Commerce Components”
Der Onlineshop-Plattformanbieter Shopify stellt seit Neuestem einzelne Komponenten seiner Plattform zur Verfügung, die in bereits bestehende Shop-Infrastruktur eingebunden werden können. Ziel ist es, damit große Unternehmen und Konzerne zu gewinnen, die oftmals bereits bestehende Backoffices haben und kein komplett neues System, sondern nur einzelne Shop-Features benötigen. Gestartet als einfache Komplettlösung für E-Commerce-Startups hat Shopify damit eine neue Zielgruppe. Spielzeughersteller Mattel nutzt “Commerce Components” bereits.
Live-Online-Shopping als Zukunft des E-Commerce
Eines der viralen Phänomene im Jahr 2023 wird laut Prognosen der Social Commerce sein. Der Ad Spend auf Social Media soll sich in den nächsten Jahren in den USA von bisher 30 % auf 12 % jährliches Wachstum verlangsamen. Dem E-Commerce-Umsatz über Social Media hingegen wird ein jährliches Wachstum von 20 % vorhergesagt. Bei TikTok gibt es interaktive Livestreams mit Online-Shopping-Funktion schon länger, auch Amazon (“Inspire”) und YouTube haben neben anderen Plattformen kürzlich Tools dafür eingeführt.
Was uns aufgefallen ist
Im letzten Newsletter haben wir über den Launch des Contextual Targeting für Sponsored Display Video Ads berichtet. Nun wurde bekannt, dass Amazon die Funktion in diesem Jahr auch in seiner Demand Side Platform (DSP) in die EU5-Märkte bringt. Die Ads werden über Contextual Targeting ausgespielt, wenn ein Kunde sich in einem inhaltlich zum Produkt passenden Umfeld im Internet bewegt.
Wir haben Sponsored Brand Ads entdeckt, über die mit einem “Follow”-Button zum Folgen der Marke aufgerufen wird. Die Möglichkeit, Marken und Creatorn auf Amazon zu folgen, gibt es schon länger; neu ist die prominente Platzierung in einem Werbeslot. Ein weiterer Fingerzeig in Richtung Social Commerce – vielleicht verbindet Amazon das Folgen bald auch mit seinem “Inspire”-Feed?
Fakt der Woche
Nur 18 % der Amazon Shopper in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den USA wissen, dass die Top-Suchergebnisse auf Amazon bezahlte Platzierungen sind. Der Großteil der Kunden erkennt Sponsored Products auf Amazon nicht als Werbung und vermutet andere Gründe dahinter (Quelle: Amazon Shopper Report 2022, Remazing & Appinio).
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Top 5 Amazon Keywords
In allen Ländern suchten die Amazon-Kunden im von uns analysierten Zeitraum – kurz vor Weihnachten – klar: nach Weihnachtsgeschenken. In allen europäischen Märkten wird offenbar gern Spielzeug von Lego verschenkt; in Frankreich, Italien und Spanien standen außerdem elektronische Geräte hoch im Kurs. Die Deutschen Amazon-Kunden brachten sich mit Weihnachtsfilmen über Amazon Prime in Feststimmung.