Unsere Analyse des Prime Day 2021

Seit dieser Woche ist Jeff Bezos nicht mehr CEO von Amazon. Andy Jassy, der ehemalige AWS-Chef, hat seinen Posten übernommen. Wir sind gespannt, ob sich die strategische Ausrichtung des E-Commerce-Riesen damit ändern wird. Auf LinkedIn hat Remazing-Geschäftsführer Emil Beck diese Woche seine beiden Thesen dazu geteilt.
Wir präsentieren in dieser Newsletter-Ausgabe außerdem unsere Prime Day-Analyse: Wie waren die Ergebnisse des Sales-Events in diesem Jahr? Haben sich Deals für die Händler auf dem Marktplatz gelohnt? In welchem Land konnte das größte Umsatzwachstum verzeichnet werden? Antworten darauf gibt Remazing-Partner Filip Egert in seinem Kommentar.
Auch der chinesische Amazon-Konkurrent Alibaba hat gerade ein erfolgreiches Sales-Event hinter sich: “6.18” übertraf den Prime Day in Größe und Dauer sogar noch.
Über weitere Punkte, in denen andere Online-Marktplätze Amazon mitunter überholen, hat Remazing-Gründer Hannes Detjen in einem neuen Gastbeitrag bei OMR geschrieben – zu finden unter der Rubrik “Neues Remazing-Feature”.
Kommentar: Unsere Analyse des Prime Day 2021
Der Prime Day 2021 wurde von Amazon als der erfolgreichste Prime Day jemals gefeiert. Wir haben 72.000 ausgewählte Produkte über alle Kategorien mit unserem Tool Remdash analysiert.
Die ganze Analyse des Prime Day 2021 lesen Sie hier.
Generelle Updates
Über 50% des deutschen Online-Umsatzes macht Amazon
Amazon beherrscht den deutschen E-Commerce: Der Anteil des Unternehmens am Umsatz des gesamten deutschen Online-Handels lag 2020 bei 53%. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Handelsforschung Köln. 77% des deutschen E-Commerce-Wachstums von 15 Mrd. € in 2020 entfielen auf Amazon. Rund 94% der deutschen Online-Käufer gaben in diesem Zeitraum an, schon einmal bei Amazon bestellt zu haben.
Amazon erwirbt die Streaming-Rechte für die “Ligue 1”
Amazon hat für 250 Mio. € die Streaming-Rechte für die französische “League 1” gekauft. Der Vertrag läuft ab August 2021 für die Dauer von 3 Jahren. 80% der französischen Fußballspiele sind dann ausschließlich auf Amazon Prime Video zu sehen. Bisher hat Amazon Prime in Frankreich nur 10 Mio. Abonnenten – vermutlich ist die Steigerung dieser Zahl einer der Gründe für den Erwerb der Streaming-Rechte.
Amazon fordert günstige Aktien von Händlern ein
Wie jetzt bekannt wurde, fordert Amazon bei Vertragsschluss von einigen Vendoren das Recht zum Kauf von Aktien zu einem Preis, der unter dem Marktwert liegt. Dieses Vorgehen ist bereits seit Jahren üblich, wird in letzter Zeit aber von Amazon wieder stärker forciert. Damit nutzt der E-Commerce-Riese seine Marktmacht gegenüber den Vertragspartnern aus, die häufig nicht wagen, den Deal auszuschlagen.
Amazon fordert Rückzug der US-Handelsbehörden-Chefin aus seinem Fall
Geht es nach Amazon, dann soll sich die neu ernannte Chefin der amerikanischen Handelsbehörde FTC, Lina Khan, aus den Untersuchungen zu Amazons Wettbewerbsposition heraushalten. Das Unternehmen reichte einen dementsprechenden Antrag ein, da Khan nicht neutral sei: Sie hatte vor Jahren mit einem Amazon-kritischen Beitrag auf sich aufmerksam gemacht. Khan dagegen versicherte ihre Unvoreingenommenheit.
Alibabas Shopping-Festival 6.18 mit Rekordzahlen
Auch die Alibaba Group hat gerade ein sehr erfolgreiches Shopping-Event veranstaltet: Vom 24. Mai bis zum 20. Juni fand das “6.18 Mid-Year Shopping Festival” statt. Am erfolgreichsten Tag wurden über 46 Mio. $ umgesetzt, die Zahl der teilnehmenden Marken und Händler hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Auch der Umsatz, der durch Livestreams generiert wurde, wuchs um 100%.
Neue Online-Marktplätze: Görtz, Decathlon UK und Douglas
Die nächsten Onlineshops wollen zum Marktplatz werden und öffnen sich auch für Fremdanbieter: Görtz bietet Schuh-, Accessoire- und Fashion-Anbietern seine Plattform an, auf Decathlon UK können nun Sportartikelhersteller ihre Produkte verkaufen. Douglas ist bereits seit 2019 Marktplatzbetreiber und hat zuletzt den nächsten Schritt in Richtung Amazon & Co. gemacht: Seit dem Frühjahr können Werbeanzeigen auf Keyword-Basis oder mit Zielgruppen-Targeting gebucht werden.
Schnelles E-Commerce-Wachstum in UK
Durch den Lockdown bedingt hat der E-Commerce auch in Großbritannien stark zugenommen und macht momentan fast 30% des Gesamthandels aus. Es wird erwartet, dass der stationäre Handel wegen des Shifts zum Online-Shopping bis 2025 11 Mrd. $ weniger Umsatz macht. In UK gibt es auch ein Update in eigener Sache: Wir eröffnen in London das zweite offizielle Remazing-Office!
Was die neue EU-Umsatzsteuerreform bedeutet
Am 1. Juli ist die neue EU-Umsatzsteuerreform in Kraft getreten. Sie soll den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU vereinfachen und betrifft daher alle Onlinehändler, die über EU-Ländergrenzen hinweg verkaufen. Mit der neuen Regelung sind z.B. nationale Schwellenwerte für die Umsatzsteuer auf den Wert von 10.000€ Umsatz vereinheitlich worden. Weitere Änderungen erklärt etailment hier.
In eigener Sache
Remazing goes UK: Neuer Standort in London
Remazing eröffnet einen neuen Standort in London. Großbritannien ist schon lange ein wichtiger Markt für Remazing – daher haben wir uns entschieden, unsere Kunden noch besser vor Ort zu unterstützen. In nächster Zeit wird in London also das zweite offizielle Remazing-Office außerhalb unseres Hauptsitzes in Hamburg entstehen. Wir freuen uns auf diesen großen Meilenstein!
Das finden wir wichtig
Im Seller Central auf den europäischen Marktplätzen (bis auf Amazon.pl) sind endlich auch A/B-Tests für den Produkttitel und das Hauptbild möglich. So können zwei unterschiedliche Versionen im Hinblick auf verschiedene Kennzahlen gegeneinander getestet werden. Das lang ersehnte Feature erlaubt in den USA bereits das Testen von A+ Content, Titel und Bild.
Es gibt ein neues Vine-Programm für Vendoren auf Amazon. In dem neuen System übernimmt Amazon das Versenden der zuvor registrierten Produkte an die Tester aus dem eigenen Lager, der Vendor selbst muss sich darum nicht mehr kümmern. Ein Nachteil bei diesem Prozess: Ein komplett neues Produkt kann nicht bei Vine registriert werden, wenn es noch nicht in Amazons Lagerbestand ist.
Anfang November 2021 plant Amazon den Start eines neuen Marktplatzes in Ägypten. In einigen anderen Ländern, vor allem auf den zuletzt dazugekommenen Marktplätzen, rollt Amazon nach und nach seine Werbemöglichkeiten aus: Sponsored Ads werden auf dem schwedischen Marktplatz Ende Juli, auf dem polnischen Marktplatz Ende September und auf dem türkischen Marktplatz Anfang November gelauncht.
Remdash: Suppressed ASINs
Mit Remdash können sogenannte “Suppressed ASINs” identifiziert werden – also Produkte, die diesen Kriterien entsprechen:
es gibt für das Produkt einen verfügbaren Bestand, der in Brand Analytics angezeigt wird
in der Buybox wird das Produkt als “Vorübergehend nicht auf Lager” oder “derzeit nicht verfügbar” angezeigt
Interesse an Remdash? Hier eine persönliche Produkt-Demo vereinbaren.
Top 5 Amazon Keywords
In Großbritannien wurden auf Amazon mit den steigenden Corona-Fallzahlen wieder Masken gesucht, in allen anderen Ländern beeinflusste die Pandemie die Top-Suchbegriffe nicht. Dafür sind die stressabbauenden Fidget Toys wie “Pop it” auf dem Vormarsch. Gerade in den USA wird außerdem der Einfluss des Prime Day deutlich: Hier suchten die Amazon-Käufer vermehrt nach teuren Geräten und hofften vermutlich auf Deals.