Wann Findet Der Prime Day 2022 Statt?

Die Zahlen der Online-Marktplätze aus dem ersten Quartal dieses Jahres spiegeln zu großen Teilen wieder, was sich bereits seit Wochen abzeichnet: das Wachstum im E-Commerce verlangsamt sich in 2022. Dies wird unter anderem durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Verbraucherstimmung und Wirtschaft begründet. Einen genaueren Blick auf die Entwicklung von Amazon und Shopify wirft Remazing-Geschäftsführer Filip Egert in seinem Kommentar im heutigen Newsletter.
Den ernüchternden Aussichten zum Trotz hat Amazon erste Angaben über das Datum des diesjährigen Prime Day veröffentlicht. Des Weiteren ermöglicht der Online-Riese Händlern nun erstmals durch erweiterte Einsicht in ihre First-Party-Daten, ihre Analyse der eigenen Performance auf der Plattform auszubauen.
Updates: Amazon
Ankündigung des Prime Day 2022
Nach langem Mutmaßen hat Amazon bei der Vorstellung seiner Ergebnisse aus Q1 2022 den groben Zeitraum für den diesjährigen Prime Day veröffentlicht. Nach offiziellen Angaben soll das Sales-Event dieses Jahr im Juli stattfinden – das genaue Datum wurde bislang noch nicht bekanntgegeben. Unserer Einschätzung nach könnte das Deal-Event dieses Jahr auf den 11. und 12. Juli fallen. Auch ohne konkretes Datum empfehlen wir Online-Händlern, schon jetzt mit der Vorbereitung zu beginnen.
Vergleichsweise günstige Werbung auf Amazon
Eine von Sellics durchgeführte Analyse von über 2 Mio. aktiven Amazon-Werbekampagnen auf 7 Marktplätzen zeigt: Werbekosten auf Amazon sind im Schnitt weiterhin günstiger als auf vielen anderen Online-Plattformen. Facebook Ads kosten durchschnittlich 44% mehr, Google Search Ads sogar 68% mehr als Amazon Ads. Zudem bietet Amazon dank seiner beachtlichen Reichweite und Traffic sowie der hohen Kaufabsicht seiner Nutzer aussichtsreiche Möglichkeiten für Werbetreibende. Amazons Advertising-Optionen bringen viele Vorteile in Verbindung von Kosteneffizienz und Volumen von Werbekampagnen mit sich.
Amazon ermöglicht Händlern mehr Einsicht in First-Party-Daten
Unter Händlern steht Amazon aufgrund mangelnder Transparenz mit Blick auf First-Party-Daten schon seit Jahren in der Kritik. Nun kündigt der E-Commerce-Riese an, Händlern neue Einblicke in ihre Performance zu gewähren, wodurch viele neue Analysemöglichkeiten entstehen. Diese sollen zum Beispiel durch die Brand Metrics, den Product Opportunity Explorer und auch die eigene Amazon Marketing Cloud (AMC) ermöglicht werden. Neuerungen wie ein Search Analytics Dashboard seien ebenfalls geplant.
Nicht zertifizierte FFP2-Masken: Amazon muss Strafe zahlen
Der nächste Skandal um Atemschutzmasken nach der Saga um Fynn Kliemann – jedoch zugegebenermaßen ein eher kleiner: Ein Maskenverkäufer klagte 2020 gegen Amazon, weil der Konzern nachweislich FFP2-Masken ohne CE-Zertifizierung angeboten habe. Die Kläger gewannen nun den Prozess: Das Düsseldorfer Landgericht entschied, dass sowohl der Verkauf als auch die Auslieferung derartiger Produkte verboten ist. Die Konsequenz: Amazon muss ein Ordnungsgeld in Höhe von 75.000€ zahlen.
Amazon schließt Shopsystem-Anbieter Selz
Das australische Startup Selz, das erst 2021 von Amazon übernommen wurde, um besser mit Shopify konkurrieren zu können, wird nun von dem E-Commerce Giganten geschlossen. Selz stellte kleinen bis mittelständischen Unternehmen Tools zur Verfügung, mit denen sie E-Commerce-Shops einrichten und Online-Zahlungen abwickeln konnten. Amazon machte keine Angaben zu den Gründen für die Schließung – es wird jedoch gemutmaßt, dass diese mit dem Ausbau von Amazons eigenen D2C & Merchant Services wie dem neu gelaunchten “Buy with Prime”-Feature zusammenhängen.
Updates: E-Commerce
Sinkende Wachstumsprognose für deutschen E-Commerce
Nach dem starken Anstieg des Umsatzwachstums im Online-Handel in den vergangenen Jahren prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) nun eine deutliche Abschwächung. Es sei mit einem Plus von lediglich 12,4% im Vergleich zu 2021 zu rechnen – von 2020 auf 2021 betrug das Wachstum noch 19%. Diese Entwicklung wird vor allem mit den negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Wirtschaft und der damit verbundenen Verbraucherstimmung begründet. Die Zögerlichkeit der Konsumenten hinsichtlich Neuanschaffungen spiegelt sich daher auch in den Ergebnissen des HDE Konsumbarometers wider.
So lief Q1 2022 für Online-Marktplätze weltweit
Während MercadoLibre im ersten Quartal 2022 einen Umsatz von 2,2 Mrd. $ bei einer Wachstumsrate von 67,4% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, ist eben diese Kennzahl bei DIY-Marktplatz Etsy mit 579 Mio. $ Umsatz um nur 5% höher als noch 2021. Gleichzeitig verzeichnet Zalando mit 2,2 Mrd. € ein Minus von 1,5% im Vergleich zum Vorjahr. Ebay muss mit 2,5 Mrd. $ Umsatz einen Rückgang um 6% bekanntgeben. Die lokal und thematisch spezialisierten Marktplätze wachsen also weiter, für die größeren Generalisten scheint der Boom erst einmal vorbei zu sein.
Shein am häufigsten heruntergeladene App in den USA
Die App des chinesischen Fast-Fashion-Marktplatzes Shein ist die derzeit am häufigsten heruntergeladene App in den USA und zieht damit sogar an Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und Twitter vorbei. Auch ist die App weitaus beliebter als die von Sheins stärkstem Konkurrenten Amazon. In Deutschland schafft es Shein jedoch bisweilen noch nicht unter die Top 10 der meistgeladenen Apps.
Das finden wir wichtig
Seit Mitte April können bereits angelegt Creatives auch für Sponsored-Display-Kampagnen auf Amazon verwendet werden. Bereits hochgeladene Dateien können organisiert und nun auch für diese Werbeanzeigen wiederverwendet werden.
Kommentar: Shopify vs. Amazon – verlangsamtes Wachstum
Shopify hat letzte Woche seine Ergebnisse für Q1 2022 veröffentlicht – Zeit, einen Blick auf Amazon und seinen Konkurrenten zu werfen.
Auffällig ist: Die Wachstumsrate beider E-Commerce-Plattformen ist gesunken.
Aber während sich Amazons Wachstumsrate von + 9% auf + 7% im Jahresvergleich verlangsamt hat, hat sich das Wachstum von Shopify von + 41% auf + 22% im Jahresvergleich fast halbiert. Dennoch ist Shopify prozentual in Q1 2022 deutlich stärker gewachsen als Amazon.
Betrachtet man jedoch den Gesamtumsatz, befindet sich Amazon weiterhin auf einem ganz anderen Niveau.
Zeigt der Trend, dass Shopify das Wachstum von Amazon auch in Zukunft übertreffen wird?
Unserer Einschätzung zufolge ist dies eher unwahrscheinlich. Das D2C-Geschäftsmodell von Shopify boomt momentan – aber auch Amazon hat bereits damit begonnen, in dem Bereich massiv zu investieren: Funktionen wie “Buy with Prime”, die es Marken ermöglichen, die Logistik von Amazon in ihren eigenen Online-Shops zu nutzen, zeigen, dass der E-Commerce-Riese sich schnell an neue Marktentwicklungen anpasst. Amazon wird den wachsenden D2C-Markt nicht ohne Kampf der E-Commerce-Konkurrenz überlassen.
Auf der anderen Seite hat Shopify mit der kürzlich angekündigten, milliardenschweren Übernahme von Deliverr gerade erst seinen bereits eingeschlagenen Weg hin zu einem eigenen Logistik- und Fulfillment-Netzwerk nochmals untermauert – ein notwendiger Schritt, um langfristig gegebenenfalls zu Amazon aufschließen zu können.
Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich der Wettbewerb der E-Commerce-Plattformen weiter entwickeln wird.
Remdash: Share of Voice
Mit Remdashs Share of Voice-Feature (SoV) können Sie die Performance Ihrer Marke in der Suche auf Amazon auf verschiedene Weise tracken:
Definierte Keyword-Sets (z.B. Branded vs. Non-Branded)
Bezahlte vs. organische Performance
Historische Performance
Automatisiertes Tracking der Konkurrenz
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Top 5 Amazon Keywords
Während in den USA nach Geschenken und Sommerkleidern gesucht wurde, sind die Keywords in Europa zuletzt hauptsächlich der Kategorie Entertainment zuzuordnen. Die britischen und deutschen Amazon-Nutzer suchten im untersuchten Zeitraum vor allem nach Fußball-Artikeln, Filmen und Serien. In Spanien, Frankreich und Italien bezogen sich die Suchanfragen hauptsächlich auf Musik.